Einmal im Jahr öffnet sich die Insel Heyles’en Werth im Rahmen der Mittelrhein-Momente zu einer besonderen Veranstaltung. „Reif für die Insel“ will Genuss und Kultur dem Gast näher bringen. Umso verständlicher als dies auf einer sieben Hektar großen Rhein-Insel zu tun, die sich im Privatbesitz befindet. Hier wachsen und gedeihen nicht nur Obst- und Nussbäume, hier baut Friedrich Bastian der Achte seinen einzigartigen Insel-Wein an, der im Rahmen der Veranstaltung auch serviert wird.
Mit von der Partie sind neben dem Inselwinzer die Inselköche und Welterbe-Gastgeber Andreas Stüber (Rhein-Hotel Bacharach) und Klaus Weiler (Weinhaus Weiler Oberwesel). Kulturell unterstützen die Inselmusikanten Henriette Meyer-Ravenstein, Alexander Ringler und Friedrich Bastian, der nicht nur hervorragende Weine kredenzt und viele Auszeichnungen erhält, sondern dank seiner klassischen Gesangsausbildung auch als Konzert- und Liedsänger tätig ist.
Beim eineinhalbstündigen Rundgang mit Zwischenstopps, wo die Gäste kulinarisch und vinologisch überrascht werden, werden erste Bekanntschaften geknüpft, Wissenswertes über die Insel und ihr Umfeld erklärt und besonders die Geschichte des Freistaates „Flaschenhals“, der sich 1919 und 1923 am rechtsrheinischen Ufer gebildet hatte, erläutert. Hierzu gab es viele Anekdoten und Geschichte von der Welterbe-Gästeführerin Linda Butz zu hören. Wenn Riesling und Curry-Hahn mit asiatischem Nudelsalat an der Nordspitze der Insel aufeinander treffen ist das schon eine Besonderheit. Dass aber etliche Spanferkelbäckchen geschmort werden müssen und mit Beluga-Linsengemüse optisch arrangiert werden, bevor der trockene Spätburgunder 2007 den Geschmack perfekt abrundet, ist schon eine logistische Meisterleistung. Ganz zu schweigen von den vielen Metern Weg, die das Servicepersonal auf sich nimmt.
Dass die rechtsrheinische Wisperttalforelle im Weinblatt gut mit der linksrheinischen Riesling-Spätlese vom Bacharacher Posten harmoniert und zur Krönung des Abends das Hunsrücker Kalb zum feinherben Riesling vom Bacharacher Posten sich gesellt, zeigt die regionale Verbundenheit der Produkte sowie die erstklassige Verarbeitung durch die Küchenchefs. Mehr als 30 Weine wurden beim mehrstündigen Probeessen gekostet und gegenüber gestellt, bevor der Gast zum kulinarischen Rundgang empfangen wurde.
Erholen, genießen, schmecken, riechen, berühren und sich den Träumen hingeben, ist bei „Reif für die Insel“ Trumpf. Und wer nicht in die Ferien startet, erholt sich einen Abend lang auf der vielfältigen Rhein-Insel vor Bacharach. Da wird es auch gerne mal später, bevor der Fährmann zum „Hol mal rüber“ mit der Privatfähre gerufen wird.